Ein starkes Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Während in Deutschland das Vorfeiern eines Geburtstags eher verpönt ist, drehte sich nichtsdestotrotz bereits heute am 28. Mai – also bereits zwei Tage – vor dem internationalen Tag der Kartoffel im Studierendenwerk Frankfurt am Main alles um die tolle Knolle. Im Mittelpunkt stand eine groß anlegte Verteilaktion; in allen Mensen gab das Studierendenwerk Säckchen mit jeweils einem Kilogramm Kartoffeln kostenlos an Studierende ab.
Insgesamt gab das Studierendenwerk 4.000 Kilogramm Kartoffeln an 14 Mensen und Cafeterien aus. In der Mensa Casino auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, der größten Mensa des Studierendenwerks, packte Staatsekretär Daniel Köfer bei der Verteilung mit an und nutzte die Gelegenheit zum Gespräch mit den Studierenden.
„Regionale Kartoffeln sind ein großartiges Erzeugnis aus unserer Landwirtschaft. Die Initiative ‚Rettet die Knolle‘ macht den Wert heimischer Lebensmittel und der Arbeit, die unsere Bäuerinnen und Bauern hierfür leisten, deutlich. Mit der Verteilaktion wird zudem auch ein wichtiges Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung gesetzt“, sagt Köfer. Er betont zudem, wie wichtig der Landesregierung die regionale Vermarktung ist: Vor einer Woche hat das Landwirtschaftsministerium die neue Förderung „Hessen schmecken“ vorgestellt. „Wir unterstützen damit innovative Ideen und Konzepte für die hessische Land- und Ernährungswirtschaft. Wir setzen auf regionale Qualität, Verarbeitung und Vermarktung“, so Staatssekretär Köfer.
Die 4 Tonnen Kartoffeln stammen direkt vom Schelmenhäuser Hofgut aus Frankfurt Bergen-Enkheim. Es handelt sich um eine vorwiegend festkochende Sorte, die vielseitig und ideal für eine schnelle, preiswerte studentische Küche ist. Damit ihrer Verarbeitung nichts im Weg steht, wurden den Studierenden zusätzlich zu den Kartoffeln auch noch Sparschäler gegeben. In allen Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks stand heute zudem das vegane Aktionsgericht „Ofenkartoffel mit Hafercreme und Spargel-Tomatenragout“ als kulinarische Inspiration auf dem Speiseplan.
Ulrich Schielein, Verwaltungsratsvorsitzender des Studierendenwerks, betont die soziale Dimension: „Für viele Studierende entscheidet das Budget, was auf den Teller kommt. Kartoffeln zeigen, dass gutes Essen nicht teuer sein muss. Sie sind preiswert, nährstoffreich und vielseitig ohne Abstriche bei Qualität oder Geschmack und es lassen sich viele leckere Gerichte damit zubereiten. Regional angebaute und lokal verarbeitete Kartoffeln sind außerdem nachhaltig.“
An der Initiative „Rettet die Knolle“ beteiligen sich bundesweit insgesamt 36 Studierendenwerke. Rund um den Aktionstag setzten sie gemeinsam unterschiedliche Formate um, von Verteilaktionen bis hin zu Aktionsgerichten in den Mensen. Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Letztes Jahr wurden in Deutschland mehr Kartoffeln als in den letzten 25 Jahren zuvor geerntet. Ein Teil dieser Menge ist bisher trotz einwandfreier Qualität unvermarktet und läuft Gefahr, in Biogasanlagen zu landen.
„Dass regional produzierte Lebensmittel aufgrund unerwarteter Rekordmengen nicht verzehrt werden, ist ein Missstand, den wir mit der Initiative „Rettet die Knolle“ sichtbar machen und abfedern wollen“, sagt Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Studierendenwerks Frankfurt am Main. „Wir bringen die Kartoffeln zu den Studierenden sowohl in unseren Mensen als auch heute ganz direkt mit der Verteilung. Damit steigern wir den Verbrauch und machen Studierenden bewusst, dass in diesem Jahr Kartoffeln auf der Rangliste auf die Eins gehören.“
Hintergrundinfo Initiative „Rettet die Knolle“
Ziel ist es, überschüssige Kartoffeln wieder verstärkt dem ursprünglichen Zweck zuzuführen – dem Verzehr – und damit Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, die regionale Landwirtschaft zu unterstützen und Studierende für nachhaltige Ernährung zu begeistern.
https://rettetdieknolle.de/
